point Der Point im Kurzüberblick. Hier findest Du die Antworten auf die folgenden Fragen:
Auf geht's ...
Ein Point ist ein Benutzer eines Fido-Systems, der seine Nachrichten offline lesen kann. Das spart jede Menge Telefonkosten, weil die Nachrichten nicht online während eines Mailboxzugangs oder, wie im InterNet, mit einem NewsReader oder Browser online gelesen - oder zumindest ungepackt übertragen - werden müssen. Als Point funktioniert das lesen und schreiben komplett offline, die Nachrichten werden mit maximaler Geschwindigkeit auf einer eigenen Leitung übertragen; die Telekom, eine andere Telefongesellschaft oder ein Internetanbieter verdienen dadurch (fast) nichts mit. Kostengünstiger geht es kaum. Das alles funktioniert darüber hinaus ganz einfach: Im Gegensatz zu einem
Onlineuser erhält ein Point eine eindeutige technische Adresse,
eine sogenannte AKA (Also Known As). Diese setzt sich aus der
Systemadresse (Zone:Netz/Node, also hier bspw. 2:2432/390), einem
Punkt - deswegen heisst es Point Aussehen könnte das beispielweise so: 2:2432/390.33. Das wäre dann der Point mit der Nummer 33 bei dem System 2:2432/390. Alle an die Pointadresse adressierten persönlichen Nachrichten (Netmail - etwa das gleiche wie eMail) und die Nachrichten aus allen vom Point bestellten öffentlichen Nachrichtengruppen (Echomail - etwa sowas wie News) werden, unmittelbar nachdem sie auf dem System eingetroffen sind, an den Point weitergeleitet. Meint: sie werden in ein für jeden Point individuell erstelltes Nachrichtenpaket gepackt.
Wenn der Point nun mit seiner speziellen Software das System anruft, werden sofort - also ohne jede Verzögerung, wie z.B. durch zusammensuchen beim Anruf, durch ein Mailbox-Login oder gar durch Übertragung unzähliger Headerinformationen - alle bereitliegenden Nachrichten übertragen. Die sind selbstverständlich zur Senkung der Telefonkosten vorher mit einem gängigen Packer (hier normalerweise ZIP) gepackt worden.
Für diese Form der Übertragung bedarf es neben der Pointadresse noch eines Passwortes. Wenn der Point anruft, präsentiert sein System die Adresse und das Passwort, und der Mailer (das Dingens was sich vor der Mailbox meldet ... hier wäre das Xenia/2 - siehe Abbildung) weiß dann sofort, was er zu übertragen hat. Nachdem alle bereitliegenden Daten übertragen sind, legt die Pointsoftware automatisch auf und verarbeitet anschließend die eingegangenen Nachrichten. Kurze Zeit später kann der Point sie dann in aller Ruhe lesen. Nachrichten schreiben erfolgt auf dem gleichen Weg: gemütlich zu Hause. Vor einem Anruf um Nachrichten abzuholen (sogenannter Netcall bzw. Poll) werden die geschriebenen Nachrichten von der Pointsoftware automatisch gepackt und während des Anrufs in einem Rutsch mit übertragen. Die Verarbeitung und Weiterleitung erfolgt hier sofort und ebenfalls automatisch. Nunja, so ein Point ist natürlich nicht nur im FidoNet, sondern in allen auf dieser Struktur basierenden Netzen möglich. So zum Beispiel in der "Zone 21", dem Netz in dem Du unabhängig über Publikationen des Heise Verlages (u.a. c't) diskutieren kannst oder auch im PC-ONLiNE-Net, dem Netz der Zeitschrift PC-ONLiNE. Bei einem Point in mehreren Netzen gibt es einfach mehrere Adressen; die Pointsoftware kann natürlich so eingerichtet werden, daß die Übertragung für alle Netze zusammen erfolgt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, InterNet-Nachrichten (eMail und News) in das Fido-Format zu überführen. Damit kann dieser kostengünstige Übertragungsweg auch für das lesen und schreiben von Mail und News genutzt werden, ohne auf langsame und damit teure Übertragungswege (NNTP oder UUCP) angewiesen zu sein. Diese Möglichkeit steht Dir hier unter der normalen Fido-Point-Adresse zur Verfügung. Dazu gibt es eine beliebige Anzahl von eMail-Aliasen und einen umfangreichen, schnellen Newsfeed. Alles in allem also eine runde Sache für Leute, die gern Nachrichten lesen und schreiben.
Z wei weitere, wichtige Dinge möchte ich Dir nicht verschweigen: 1. Die Möglichkeit der File-Verteilung und das f'requesten. Was bedeutet das? Ganz einfach: über Fido-technische Netzwerke (FTN) können auch Files automatisch verteilt werden. Auf diese Weise gelangen fast alle Files auf dieses System. Auch ein Point kann sich da dranhängen. Anders als bei z.B. FTP-Transfers werden in den FTN gleich umfangreiche Filebeschreibungen mitgeliefert, die automatisch verarbeitet werden können. Außerdem können mit einer Point-Adresse Dateien bei fast jedem Fido-System geholt werden, und zwar ohne den Umweg über eine Mailbox. Auch die langwierige und teure Onlinesuche im Internet entfällt. Die Dateinamen werden offline aus einer Fileliste rausgesucht oder einer offline gelesenen Ankündigung entnomnmen. Die Point-Software ruft dann das passende System an, überträgt den/die gewünschten Dateinamen und erhält die gesuchten Dateien sofort und mit maximaler Übertragungsrate. Ein sogenannter File Request, kurz: F'request. Die F'requests kannst Du übrigens auch automatisch in der Nacht erledigen lassen - wenn die Telefongebühren am günstigsten sind. Preiswerter und schneller ist kaum an Files heranzukommen ... 2. Die Möglichkeit der Crash-Mail. Was ist das nun wieder? Auch hier ganz einfach: Jedes Fido-System (Node) steht in einer Liste, der Nodeliste. Diese Liste erhält auch jeder Point. In dieser Liste stehen zu jeder Adresse die passenden Telefonnummern. Es ist also eine Art Fido-Telefonbuch. Willst Du nun jemandem direkt eine Mail schicken, kannst Du das Zielsystem mit Hilfe dieser Liste direkt anrufen und Deine Nachricht dort 'abladen' (ancrashen). Willst Du einen anderen Point direkt erreichen, schickst Du die Nachricht einfach an seinen Node - der immer zu erreichen sein sollte -, und der leitet sie dann sofort weiter. Dieses Verfahren ist
sehr schnell, und der 'Brief' ist im ungünstigsten Fall
(Telekom) mit 12 Pfennigen erledigt. Bei Nutzung eines Anbieters
mit sekundengenauer Abrechnung (z.B.)
Damit wären jetzt die Grundzüge des Point-Daseins erklärt. Bleibt eine Frage: Was kostet
der Spaß? Die Antwort ist einfach: Nichts! Nur Deine Telefonkosten, die mußt Du natürlich selber tragen. Aber vergleiche das einmal mit Internet oder Usenet. ... Nehmen wir an, Du bekommst neben Deinen persönlichen Nachrichten etwa 20 Gruppen (Echos). Macht zusammen jeden Tag etwa 150 kB gepackt, die Du über einen sekundengenau abrechnenden Telefonanbieter abholst. Bei drei Anrufen am Tag mit einem langsamen 28.8er Modem wären das - im ungünstigsten Fall - jeweils 30 Sekunden für den Verbindungsaufbau (Handshake), jeweils etwa 10 Sekunden für den Datenabgleich (EMSI) und 15 Sekunden für die Übertragung von der 50 kB Daten, das ganze mal drei, also 165 Sekunden Onlinezeit am Tag. Mit ISDN entfällt die Zeit für den Handshake und die Übertragung der Daten ist bereits nach 7 Sekunden erledigt. Das wären dann noch ganze 51 Sekunden Onlinezeit am Tag. Legen wir da mal die
Tarife von bspw.
Bei drei Anrufen am Tag (!) maximal 8,17 DM im Monat, und das mit einem langsamen Modem zur teuersten Tarifzeit. Mit dem schnelleren ISDN in der preiswertesten Tarifzeit bleiben dann ganze 1,51 DM im Monat. Wenn Du nur einmal am Tag anrufst oder einen sekundengenau abrechnenden Anbieter im Citytarif hast, dann wird das sogar noch weniger. Aber mal ehrlich: lohnt es sich da noch, weiter zu sparen? Kaum, nicht wahr. Aber es sind ja noch einige Fragen offen ...
Jetzt hast Du viel zum Hintergrund gelesen, die ganze Sache gefällt Dir, aber "Pointpaket" sagt Dir nichts. Alles halb so wild ... auch diese Sache ist ganz einfach.
Der OWL-Server bietet ein Pointpaket an, und zwar ein DOS-Programm namens CrossPoint. Das ist sehr einfach zu installieren und läuft unter nahezu allen Betriebsystemen (DOS, Windows 9x, Windows NT und auch unter OS/2 und in der DOS-Emu von Linux). Die Abbildung meiner Oberfläche hast Du bereits oben gesehen, und hier nebenan ist das ganze nochmal im Originalzustand. Wie? Textmodus gefällt Dir nicht? Du willst native Software für Dein Betriebssystem? Auch das ist natürlich kein Problem! Da gibt es z.B. für Windows 9x und NT die grafischen Pointprogramme
für OS/2 gibt es eine vorkonfiguriertes Paket namens
und auch bei fast allen Linux-Distributionen wird mittlerweile ein vorkonfiguriertes Fido-Pointpaket mitgeliefert. Irgendein Programm, daß auch Dir gefällt, ist sicher dabei. Wenn diese Bedenken nun ausgeräumt sind, bleibt an sich nur eine Frage übrig ...
Einfach eine Besser wäre es, den Pointantrag downzuloaden, ihn mit einem Editor auszufüllen und ihn dann per eMail an den Systembetreiber zu schicken oder ihn online in der Mailbox an den Sysop upzuloaden. Da Du nun schonmal hier bist ist es natürlich am Allereinfachsten, gleich das Onlineformular zu benutzen. Das Formular hilft Dir bei der Beantwortung aller wichtigen Fragen, überprüft das ganze und sendet die korrekten Daten dann an den Systembetreiber. Die für den
Poinzugang notwendige Software und einen ganzen Haufen weiterer
Infos zum Dasein in den Datennetzen findest Du übrigens unter
den Downloads oder - ganz einfach - Wenn es (auch) andere Netze als FidoNet sein sollen, kannst Du ja mal schauen, was noch so zu haben ist. Im Nachrichtenbereich der Mailbox sind Nachrichten aus allen Netze online zu lesen und im Filebereich alle Files zu finden. Außerdem kannst Du Dir gleich hier die Beschreibungen zu allen verfügbaren Netzen ansehen. Falls Du bis jetzt drüber weggeblättert hast , hier nochmal kurz ein Überblick über die wichtigsten Nachrichtennetze:
Damit bin ich am Ende meiner Ausführungen angelangt. Zuletzt noch ein bischen was zum offline lesen und zum basteln:
Nachdem Du nun diesen ganzen Text gelesen hast, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Information, die Du Dir zu Hause auf die Festplatte legen und dort in Ruhe ansehen kannst. Ich habe da mal einiges zum downloaden zusammengestellt (Texte in 7Bit-ASCII, alles mit ZIP gepackt):
The End. |